Editorial

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Scherben im Kopf


Scherben im Kopf


Im März 2023 feierte die diesjährige Theaterproduktion des Gymnasiums und der FMS Thun im KKThun Première. Die Mitwirkenden nahmen sich dabei eines anspruchsvollen Themas an.

 

Text Lukas Hunziker

Fotos Michael Meier

 

Anfang März 2020 schaffte es 8 Frauen, die letzte Produktion der Theatergruppe des Gymnasium Thun, noch knapp vor dem Corona-Lockdown auf die Bühne des Schadausaals. In den beiden darauffolgenden Jahren wurden zwar zwei Inszenierungen aufgegleist, doch aufgrund der Pandemie war ein Auftritt auf der Bühne nicht denkbar. Umso mehr freuten sich die Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abschlusstheaters, endlich wieder im Schadausaal des KKThun im Scheinwerferlicht zu stehen und ihre Arbeit einem grossen Publikum zeigen zu dürfen. Fast ein Jahr lang wurde gemeinsam ein Stück erarbeitet, das unter die Haut geht. 

 

Achtzehn Schülerinnen und Schüler nahmen sich im diesjährigen Projekt des schwierigen Themas von psychischen Erkrankungen an, mit dem Ziel, sich einem Thema zu nähern, über das zu reden uns oft schwerfällt, das aber über die letzten beiden Jahre gerade bei Jugendlichen leider noch präsenter geworden ist. Über eine Collage aus Textfetzen und Szenen verschiedener literarischer Klassiker versuchte das Ensemble erfahrbar zu machen, wie die Welt durch die Brille der Depression aussieht – mal aus der Sicht von Shakespeares Hamlet, mal aus jener von Esther Greenwood aus Sylvia Plaths Glasglocke, mal aus Erfahrungen jüngerer Autor:innen. Musikalisch begleitet von Geige, E-Gitarre und E-Bass malte die Inszenierung düstere innere Bilder auf die Schadaubühne, die aber immer wieder Momenten und Klängen der Hoffnung Raum geben mussten. 

 

In der Produktion, die auf Vorschlag einer Schülerin Scherben im Kopf getauft wurde, wurden Begegnungen mit Ärztinnen, Therapeuten, aber vor allem auch sich selbst, in nur lose zusammenhängenden Szenen erzählt; mal in apokalyptisch düsterem Ton, mal mit trocken analytischem Sarkasmus. Ist der Suizid ein Ausweg? Helfen die Medikamente oder machen sie mich zu einer anderen Person? Sehen mich meine Ärzte noch als Mensch, oder nur als nicht funktionierende Maschine? Analysieren sie mich oder hören sie mir auch zu? Diese Fragen standen im Zentrum und die Antworten sind – man kann es sich vorstellen – nicht einfach. Und dennoch: So lange man noch fragt, so lange man zweifelt, ist auch Raum für die Hoffnung da, dass am Ende des Tunnels vielleicht doch Licht ist. 

 

 

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Scherben im Kopf


Im März 2023 feierte die diesjährige Theaterproduktion des Gymnasiums und der FMS Thun im KKThun Première. Die Mitwirkenden nahmen sich dabei eines anspruchsvollen Themas an.

 

Text Lukas Hunziker

Fotos Michael Meier

 

Anfang März 2020 schaffte es 8 Frauen, die letzte Produktion der Theatergruppe des Gymnasium Thun, noch knapp vor dem Corona-Lockdown auf die Bühne des Schadausaals. In den beiden darauffolgenden Jahren wurden zwar zwei Inszenierungen aufgegleist, doch aufgrund der Pandemie war ein Auftritt auf der Bühne nicht denkbar. Umso mehr freuten sich die Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abschlusstheaters, endlich wieder im Schadausaal des KKThun im Scheinwerferlicht zu stehen und ihre Arbeit einem grossen Publikum zeigen zu dürfen. Fast ein Jahr lang wurde gemeinsam ein Stück erarbeitet, das unter die Haut geht. 

 

Achtzehn Schülerinnen und Schüler nahmen sich im diesjährigen Projekt des schwierigen Themas von psychischen Erkrankungen an, mit dem Ziel, sich einem Thema zu nähern, über das zu reden uns oft schwerfällt, das aber über die letzten beiden Jahre gerade bei Jugendlichen leider noch präsenter geworden ist. Über eine Collage aus Textfetzen und Szenen verschiedener literarischer Klassiker versuchte das Ensemble erfahrbar zu machen, wie die Welt durch die Brille der Depression aussieht – mal aus der Sicht von Shakespeares Hamlet, mal aus jener von Esther Greenwood aus Sylvia Plaths Glasglocke, mal aus Erfahrungen jüngerer Autor:innen. Musikalisch begleitet von Geige, E-Gitarre und E-Bass malte die Inszenierung düstere innere Bilder auf die Schadaubühne, die aber immer wieder Momenten und Klängen der Hoffnung Raum geben mussten. 

 

In der Produktion, die auf Vorschlag einer Schülerin Scherben im Kopf getauft wurde, wurden Begegnungen mit Ärztinnen, Therapeuten, aber vor allem auch sich selbst, in nur lose zusammenhängenden Szenen erzählt; mal in apokalyptisch düsterem Ton, mal mit trocken analytischem Sarkasmus. Ist der Suizid ein Ausweg? Helfen die Medikamente oder machen sie mich zu einer anderen Person? Sehen mich meine Ärzte noch als Mensch, oder nur als nicht funktionierende Maschine? Analysieren sie mich oder hören sie mir auch zu? Diese Fragen standen im Zentrum und die Antworten sind – man kann es sich vorstellen – nicht einfach. Und dennoch: So lange man noch fragt, so lange man zweifelt, ist auch Raum für die Hoffnung da, dass am Ende des Tunnels vielleicht doch Licht ist. 

 

 

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