In einem interdisziplinären Unterrichtsprojekt der Fächer Deutsch und Wirtschaft und Recht setzten sich zwei Klassen damit auseinander, welche Geschichten sich hinter trockenen Zahlen verstecken.
Text Analena Hofer, Julian Weyermann, Alisha Hyler und Noemi Hunziker (25gS/25gQ)
Abbildungen zvg Michael Kiener und Diana Huber
Die Lernenden entwickelten im Team eine Fragestellung, analysierten die dazu vorhanden Daten, erstellten Visualisierungen und befragten Fachleute, mit dem Ziel, anhand der Resultate ihrer Recherche eine packende Story zu schreiben. Herausgekommen sind erstaunliche, bewegende und bisweilen ernüchternde Geschichten. Doch lesen Sie selbst.
Analena Hofer und Julian Weyermann
Lohnt es sich, eine Bank zu überfallen?
Rote Overalls, Salvador Dalí-Masken, Geiselnahmen und Schusswechsel mit der Polizei: In der Netflix-Serie «Haus des Geldes» wirkt der klassische Raubüberfall geradezu anspruchslos. Doch ob es wirklich so einfach ist, wie es aussieht? Damit wollen wir uns auseinandersetzen.
Banküberfälle faszinieren die Welt schon seit vielen Jahrzenten. Die tragische Liebesgeschichte des Gangsterpaares «Bonnie und Clyde», die Safe-knackenden Gebrüder Sass, Ronnie Biggs’ unbewaffneter Raubüberfall mit 2,6 Millionen Pfund Beute: All diese Geschichten werden seit langer Zeit an die jüngeren Generationen weitergegeben und meist nicht wenig ausgeschmückt weitererzählt.
In unserem Text werden allerdings keine Geschichten erzählt, sondern Fragen und Fakten offengelegt: Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Banküberfällen verglichen mit anderen Raubüberfällen? Wieso geht die Anzahl von Banküberfällen seit einiger Zeit so rasant zurück? Kann ein Banküberfall heutzutage noch erfolgreich sein?
Die vorliegenden Zahlen kommen vom Bundeskriminalamt und wurden auf der Website «Statista» publiziert. Sie umfassen Zahlen der Jahre 2010 bis 2021, also über eine Zeitspanne von elf Jahren. Dabei wurde allerdings nur eine deutschlandweite Erhebung ausgeführt, weshalb sich unsere Zahlen lediglich auf Deutschland beziehen. Ausserdem können einzelne Statistiken von der oben genannten Zeitspanne etwas abweichen. Dies wird bei der Analyse vermerkt.
Der Fokus unserer Analyse liegt nur auf Banküberfällen, allerdings wird bei den Statistiken stets von «Raubüberfällen auf Geldinstitute und Postfilialen» gesprochen. Wir gehen aber davon aus, dass ein Raubüberfall auf eine Post sehr ähnlich abläuft wie ein Überfall auf eine Bank, weshalb wir die beiden Aspekte nicht weiter trennen werden.
Banküberfälle gehen zurück
Solange viele Menschen Glück in Geld sehen, wird es Banküberfälle und Bankräuber geben. Der klassische Banküberfall aber gehört primär in die Zeit des 20. Jahrhunderts. Es sticht uns direkt ins Auge: Banküberfälle werden immer wie seltener (Abbildung 2). Zählte man zum Beispiel im Jahr 2010 noch rund 330 Raubüberfälle auf Geldinstitute, waren es im Jahr 2020 nur noch knapp 60 solcher Überfälle und 2021 ganze 28. Dieser rasante Rückgang ist einerseits auf die starke Entwicklung der Sicherheitsmassnahmen, anderseits aber auch auf die wachsenden Möglichkeiten im Internet zurückzuführen. Aus Sicht der Täter ist es mittlerweile nämlich wesentlich lohnender, elektronische Konten zu manipulieren als mit Waffengewalt einen Tresor auszurauben: Das Risiko, entdeckt zu werden, ist kleiner und die Beute oft höher. Also nimmt die Anzahl Banküberfälle zwar ab, jedoch steigt im Gegenzug dazu die Cyberkriminalität an, wie das BFS bekannt gibt.
Einmal aufklären, bitte!
Recht stabil scheinen auf den ersten Blick die jährlichen Aufklärungsquoten in Prozent zu sein (Abbildung 3). Die niedrigste Aufklärungsquote war im Jahre 2012 mit rund 67 Prozent, während im Jahr 2019 mit knapp 82 Prozent am meisten Bankräuber geschnappt wurden. Spannend ist der Vergleich mit der Anzahl erfasster Raubüberfälle. Im Jahre 2010 zählte das Bundeskriminalamt 330 Banküberfälle, wovon 72,3 Prozent der Fälle gelöst wurden. Elf Jahre später sind es nur noch 28 bekannte Fälle, wovon genau 71,7 Prozent aufgedeckt wurden, also im Schnitt sogar noch weniger als bei den 330 Fällen. Das wirft die Frage auf: Warum ist das so?
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Alisha Hyler und Noemi Hunziker
Generation Z, wo steht ihr?
In der Schweiz herrscht zwar eine direkte Demokratie, doch nicht alle beteiligen sich gleich viel an den Abstimmungen. Besonders Jüngeren scheint der Gang zur Urne schwerzufallen.
Jedes Jahr haben stimmberechtigte Schweizer:innen vier Mal im Jahr Gelegenheit, sich an der Demokratie zu beteiligen und über verschiedene Vorlagen abzustimmen. Zudem wählen sie Politiker:innen in Parlamente. Damit nehmen sie direkten Einfluss auf die Politik der Schweiz.
Doch wer beteiligt sich wirklich an den Abstimmungen und welche politischen Positionen werden eingenommen? Welche Merkmale beeinflussen das Abstimmungsverhalten? Stimmen Jung und Alt gleich ab und hat das Geschlecht einen Einfluss? Fragen, die wir in diesem Text klären wollen.
In unserem Artikel beziehen wir uns auf einige soziodemografische Merkmale. Das sind wesentliche personenbezogene Merkmale wie Alter und Geschlecht sowie gesellschaftsbezogene Merkmale wie Berufstätigkeit und Einkommen. Wir werden den Einfluss des Alters, Geschlechts und Bildungsstands auf das Abstimmungsverhalten von Schweizer:innen genauer unter die Lupe nehmen.
Wir beziehen uns auf die Daten des Bundesamts für Statistik. Dieses hat über fünf Jahre Daten zur Stimmbeteiligung und der politischen Position der Schweizer:innen gesammelt. Die Daten wurden durch Umfragen erhoben und nach soziodemografischen Merkmalen getrennt.
Jung, laut und uninteressiert
Vor rund vier Monaten stimmte man im Kanton Bern darüber ab, ob Berner:innen ab 16 Jahren auf kantonaler Ebene abstimmen dürfen. Das durften bislang nur 16-Jährige im Kanton Glarus. Es wurden hitzige Diskussionen über das Abstimmungsalter geführt. Befürworter:innen hofften, dass so die Stimmen der Jungen mehr Gewicht erhalten. Vor allem linke Parteien forderten, dass die Jugendlichen auf kantonaler Ebene abstimmen gehen können. Klar ist, dass die Generation Z in den Medien als sehr politisch erscheint, zum Beispiel beteiligen sie sich stark an den «Fridays for Future»-Demonstrationen. Das Anliegen aber scheiterte mit 67 Prozent Nein-Stimmen. Gegner:innen behaupteten, dass die Jungen noch zu wenig über Politik Bescheid wüssten, und zu naiv seien, um politische Entscheidungen zu treffen. Doch würde sich wirklich etwas an politischen Entscheiden verändern, wenn die 16- und 17-Jährigen abstimmen dürften?
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Lesen Sie alle Beiträge der beiden Klassen:
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