Während einer Projektwoche besuchten zwölf EF-Chemie-Schüler:innen die am höchsten gelegenen Forschungsstation der Welt auf 3454 m.ü.M.
Text und Fotos Stefanie Frei
Nach einer Übernachtung in der Jugendherberge Grindelwald erreichen wir zusammen mit zahlreichen Touristen in nur 45 Minuten mit der neuen V-Bahn via Eigergletscher die Bergstation Jungfraujoch, in welcher wir vom Betriebswartpaar Daniela und Erich herzlich in Empfang genommen werden.
Nach einer kleinen historischen Einführung über den Bau der Jungfraubahn beginnt die Führung für die Schüler:innen auf der Wetterterrasse der Sphinx. Die Sphinx, für viele nur ein Touristenmagnet, ist in Wirklichkeit eine im Jahre 1931 eröffnete Forschungsstation, welche durch eine Internationale Stiftung (HFSJG) gegründet und noch heute finanziert wird. Seither führen Forscher aus den Bereichen Meteorologie, Physiologie, Glaziologie, Strahlungsforschung, Astronomie und kosmische Strahlung regelmässig Projekte und Studien durch.
Auf der Wetterterrasse der Sphinx können sich die Schüler:innen einen ersten Eindruck über die Forschungsbedingungen auf dieser Höhe machen. Neben den kalten Temperaturen müssen die Messgeräte auch den starken Böen standhalten können. Nach einer ausführlichen Erläuterung der verschiedenen Wettermessstationen gehen wir weiter ins Innere der Forschungsstation.
Hier gibt es verschiedene Labore mit Messgeräten von Forschungsgruppen aus der Schweiz, Finnland, China, Belgien, Frankreich und Deutschland. Die meisten dieser Teams beschäftigen sich mit Umwelt- und Klimafragen. So wird zum Beispiel die Feinstaubbelastung auf dem Jungfraujoch täglich mit Hilfe von Filtern gemessen und dokumentiert. Auf einer der Abbildungen sind Feinstaubfilter nach dem Saharastaubereignis vom 15. März 2023 zu sehen. Noch jetzt ist die Saharastaubschicht auf dem Gletscher zu erkennen, durch die Wärmekapazität fördert ein solches Ereignis die Gletscherschmelze zusätzlich.
Aber auch nicht mehr zugelassene Stoffe wie zum Beispiel Fluorchlorkohlenwasserstoffverbindungen (FCKS) konnten in den letzten Jahren in dieser Höhe vermehrt detektiert werden. Die meisten sind eigentlich bereits seit dem Montreal-Protokoll (1987) verboten. Trotzdem hat eine Forschungsgruppe der EMPA einen Anstieg fünf solcher Verbindungen zwischen 2010 und 2020 in der Atmosphäre festgestellt. Durch die geringe Luftverschmutzung in dieser Höhe ist es mittels Wetterdaten und in Zusammenarbeit mit weiteren Messstationen auf der Welt möglich, den Verursacher zu lokalisieren und identifizieren.
Nach der zweistündigen Führung durch die verschiedenen Bereiche der Forschungsstation, haben die Schüler:innen Schneeproben für Ihr eigenes Forschungsprojekt im Labor am Gymnasium (Mikroplastikuntersuchung) gesammelt.





























































