Editorial

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Demokratie erleben


Demokratie erleben


Am Tag der Demokratie konnten sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Fachmittelschule Thun vertieft mit politischen Themen auseinandersetzen und über Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung nachdenken.

 

Text und Foto Tobias Lerch

Teaserbild Logo Democracy Day: www.campusdemokratie.ch/designvorlagen/

 

Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Engagement für demokratische Strukturen und gegen Missachtung der Menschenrechte ist, hat die UNO 2007 den 15. September zum Welttag der Demokratie erklärt. Die Fachschaft Geschichte des Gymnasiums und der Fachmittelschule Thun hat den Tag als Anlass genommen, Schülerinnen und Schüler für politische Fragestellungen und Themen zu sensibilisieren, und hat dazu ein vielfältiges Programm mit externen und internen Expertinnen und Experten zusammengestellt. 

 

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen konnten aus einem reichhaltigen Workshop-Angebot auswählen. Einen konkreten Einblick in den Alltag eines Exekutivpolitikers bot zum Beispiel der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz – und wie man (vielleicht) Teil der Legislative werden kann, zeigte Grossrat Tobias Vögeli auf.  

 

In Debatten-Workshops konnten Lernende ihre Lust an der politischen Widerrede schärfen oder entdecken. Und konkrete Ideen, wie Jugendliche sich in die Politik einbringen können, präsentierten Darleen Pfister und Céline Heinzmann, Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied des Jugendparlaments Bern. Die beiden Schülerinnen des Gymnasiums Thun zeigten sich auch für das Rahmenprogramm verantwortlich: ein «Jungparteien-Märit», ein attraktives Verpflegungsangebot und eine interaktive Plakatausstellung. Bei letzterer zeigte sich: Viele Jugendliche fühlen sich politisch zu wenig repräsentiert.  

 

Grosses Interesse weckte das Thema der politischen Inklusion, gerade auch im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung zum Stimmrechtsalter 16. Thematisiert wurde auch die Frage, wie Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen am politischen Diskurs teilnehmen können. Den Workshop leitete Grossrätin und Lehrerin Simone Leuenberger, die anschliessende, gut besuchte Podiumsdiskussion hat Nico Sigrist im Rahmen seiner Maturarbeit organisiert und moderiert. Es diskutierten Barbara Habegger von Insieme 21, Angela Tschanz von der KESB Thun sowie Manuela Kocher (SP) und Joel Zimmermann (JSVP). Dass Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung politische Rechte möglichst zugestanden werden sollen, war unbestritten. Deutlich wurde jedoch auch, dass die politischen Mühlen in der Schweiz sehr langsam mahlen und es nach wie vor schwierig ist, sich als betroffene Person Gehör zu verschaffen. 

 

Dass das Recht auf politische Mitgestaltung keine Selbstverständlichkeit ist, erlebten Lernende auch im Workshop «Challenges for Democracy»: Tobias Privitelli, Stabschef des Hohen Repräsentanten in Sarajevo, berichtete über Herausforderungen der Politik in Bosnien-Herzegowina, Russland und der Ukraine. Und unter dem Titel «Die Presse und die Demokratie» vermittelte Susanne Boos, Präsidentin des Schweizerischen Presserates, Einblicke in die «publikative Gewalt». 

 

Abgerundet wurde der Tag mit einem Talk zur Frage nach der «Demokratie an unserer Schule», organisiert von Schülerinnen und Schülern des Freifachs Politik. Obwohl Partizipation an einer Bildungsinstitution auch Grenzen hat, ist Mitgestaltung möglich. Oder wie es Stadtpräsident Raphael Lanz formulierte: «Wenn Türen in der Politik aufgehen, sollte man hindurchschreiten.»  

 

 

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Abschlussklassen

Verabschiedungen

Archiv

Demokratie erleben


Am Tag der Demokratie konnten sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Fachmittelschule Thun vertieft mit politischen Themen auseinandersetzen und über Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung nachdenken.

 

Text und Foto Tobias Lerch

Teaserbild Logo Democracy Day: www.campusdemokratie.ch/designvorlagen/

 

Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig das Engagement für demokratische Strukturen und gegen Missachtung der Menschenrechte ist, hat die UNO 2007 den 15. September zum Welttag der Demokratie erklärt. Die Fachschaft Geschichte des Gymnasiums und der Fachmittelschule Thun hat den Tag als Anlass genommen, Schülerinnen und Schüler für politische Fragestellungen und Themen zu sensibilisieren, und hat dazu ein vielfältiges Programm mit externen und internen Expertinnen und Experten zusammengestellt. 

 

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen konnten aus einem reichhaltigen Workshop-Angebot auswählen. Einen konkreten Einblick in den Alltag eines Exekutivpolitikers bot zum Beispiel der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz – und wie man (vielleicht) Teil der Legislative werden kann, zeigte Grossrat Tobias Vögeli auf.  

 

In Debatten-Workshops konnten Lernende ihre Lust an der politischen Widerrede schärfen oder entdecken. Und konkrete Ideen, wie Jugendliche sich in die Politik einbringen können, präsentierten Darleen Pfister und Céline Heinzmann, Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied des Jugendparlaments Bern. Die beiden Schülerinnen des Gymnasiums Thun zeigten sich auch für das Rahmenprogramm verantwortlich: ein «Jungparteien-Märit», ein attraktives Verpflegungsangebot und eine interaktive Plakatausstellung. Bei letzterer zeigte sich: Viele Jugendliche fühlen sich politisch zu wenig repräsentiert.  

 

Grosses Interesse weckte das Thema der politischen Inklusion, gerade auch im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung zum Stimmrechtsalter 16. Thematisiert wurde auch die Frage, wie Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen am politischen Diskurs teilnehmen können. Den Workshop leitete Grossrätin und Lehrerin Simone Leuenberger, die anschliessende, gut besuchte Podiumsdiskussion hat Nico Sigrist im Rahmen seiner Maturarbeit organisiert und moderiert. Es diskutierten Barbara Habegger von Insieme 21, Angela Tschanz von der KESB Thun sowie Manuela Kocher (SP) und Joel Zimmermann (JSVP). Dass Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung politische Rechte möglichst zugestanden werden sollen, war unbestritten. Deutlich wurde jedoch auch, dass die politischen Mühlen in der Schweiz sehr langsam mahlen und es nach wie vor schwierig ist, sich als betroffene Person Gehör zu verschaffen. 

 

Dass das Recht auf politische Mitgestaltung keine Selbstverständlichkeit ist, erlebten Lernende auch im Workshop «Challenges for Democracy»: Tobias Privitelli, Stabschef des Hohen Repräsentanten in Sarajevo, berichtete über Herausforderungen der Politik in Bosnien-Herzegowina, Russland und der Ukraine. Und unter dem Titel «Die Presse und die Demokratie» vermittelte Susanne Boos, Präsidentin des Schweizerischen Presserates, Einblicke in die «publikative Gewalt». 

 

Abgerundet wurde der Tag mit einem Talk zur Frage nach der «Demokratie an unserer Schule», organisiert von Schülerinnen und Schülern des Freifachs Politik. Obwohl Partizipation an einer Bildungsinstitution auch Grenzen hat, ist Mitgestaltung möglich. Oder wie es Stadtpräsident Raphael Lanz formulierte: «Wenn Türen in der Politik aufgehen, sollte man hindurchschreiten.»  

 

 

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